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Viel Vergnügen
Reinhard Lackinger
Beislwirt in Salvador, Bahia, Brasilien
sábado, 4 de dezembro de 2010
Vom Krampusschauen

Fernsehreportagen, aber auch Zeitungsartikel meiner heutigen Umwelt in Salvador, Bahia geben immer öfter Anstoß zu einer Gewissenserforschung.
Die stumme Beklommenheit auf den Gesichtern der dunkelhäutigen Menschenmasse meiner brasilianischen Wahlheimat.
Konzentrierte Blicke, ausschließlich das nackte Überleben vor sich, in eine aussichtslose Zukunft projizierend…
Bilder, die wir längst vergessen glaubten.
Bilder, die wir längst vergessen glaubten.
Aktivitäten, die uns an die schlechten Zeiten der Nachkriegsjahre erinnern.
Physiognomien, die uns trotz der schwarzen Hautfarbe, den drahtigen Kraushaarspiralen und den flachen, breiten Nasen bekannt vorkommen.
So wie diese armen Dunkelhäutigen waren auch wir einmal, sahen auch wir aus, ehe uns der süße Zwang des Wohlstands der sechziger Jahre in seine schützenden Arme schloss.
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Auf einmal defilieren farbige Stillleben und schwarzweiße Photos meiner ersten Lebensjahre vor den Augen meiner Phantasie.
Auf einmal defilieren farbige Stillleben und schwarzweiße Photos meiner ersten Lebensjahre vor den Augen meiner Phantasie.
Der Teller voll mit Polenta. Die „Gelbe Gefahr“ mit den weißen Spuren der Milch.
Der Sägespäneofen, die eingelagerten Braunkohlen, das an die Hauswand gelehnte Waffenrad, die qualmende Waschküche, die einsamen Erdäpfelfelder, das rote Gesicht des Altwarenhändlers, die auf Bretter gespannten Hasenfelle.
Dinge, die längst nicht mehr zu unserem Alltag, zu unseren makellosen Kleidern passen, die wir heute auch an Werktagen anziehen.
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Das Herz der kleinen Stadt schlägt nun ganz anders und nicht mehr entlang der grauen Zeilen der Zinskasernen und Kastanienbäume, auch nicht am einst noch bewegten Hauptplatz, sondern im klimatisierten Einkaufszentrum mit seinen günstigen Parkmöglichkeiten.
Das Herz der kleinen Stadt schlägt nun ganz anders und nicht mehr entlang der grauen Zeilen der Zinskasernen und Kastanienbäume, auch nicht am einst noch bewegten Hauptplatz, sondern im klimatisierten Einkaufszentrum mit seinen günstigen Parkmöglichkeiten.
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Wo heute eine lustige Menge viel versprechender Vitrinen und gut beleuchtete Geschäftsportale um unsere Aufmerksamkeit werben, gähnte einst der dunkle, ungepflasterte Platz, der von uns allen „die Schleife“ genannt wurde.
Wo heute eine lustige Menge viel versprechender Vitrinen und gut beleuchtete Geschäftsportale um unsere Aufmerksamkeit werben, gähnte einst der dunkle, ungepflasterte Platz, der von uns allen „die Schleife“ genannt wurde.
Der wichtigste Knotenpunkt des Tales, der Trolleybusse, die im spärlichen Verkehr der Nachkriegszeit den Ton angaben.
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Immer wieder ziehen mich meine Erinnerungen an jenen Ort, rufen die selbe Szene in mein Bewusstsein.
Immer wieder ziehen mich meine Erinnerungen an jenen Ort, rufen die selbe Szene in mein Bewusstsein.
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Wie viele Jahre zählte ich damals? 7 vielleicht, oder 8.
Der Adventkalender, der mich meine Kindheit lang begleitete, offenbarte mir an jenem Tag das fünfte jener wohlbekannten Bilder. Symbole einer trauten Weihnachtszeit.
Nach dem Tannenzweig mit der roten Kerze, dem Teddybären, dem Schneemann, dem lachenden Halbmond, schaute nun auch der aus süßem Brot gebackene Krampus mit seinen putzigen Rosinenaugen in die kleine Arbeiterwohnung.
Nach dem Tannenzweig mit der roten Kerze, dem Teddybären, dem Schneemann, dem lachenden Halbmond, schaute nun auch der aus süßem Brot gebackene Krampus mit seinen putzigen Rosinenaugen in die kleine Arbeiterwohnung.
Daran erinnere ich mich noch heute genau, denn als Kleinster durfte ich jeden Morgen das entsprechende Fensterl öffnen.
Ich tat das mit frommer Sorgfalt, weil die Mutter den selben Adventkalender auch noch im darauf folgenden Jahr auf das doppelte Küchenfenster hängen wollte.
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An jenem Tag gab die Mutter meinem insistenten Bitten und Drängen nach und ging mit uns in die Stadt zum Krampusschauen.
An jenem Tag gab die Mutter meinem insistenten Bitten und Drängen nach und ging mit uns in die Stadt zum Krampusschauen.
Mein Freund Walter, der mit seinen volksdeutschen Großeltern in einer benachbarten Baracke wohnte, durfte auch mitgehen.
Ich aber musste die gestrickte Haube mit den lächerlich baumelnden Quasten aufsetzen, mit der ich mich vor Silvos Schwester Kathi schämte.
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Wir drei hatten die finstere Obusschleife fast zur Gänze überquert, als es von der nahen Bahnübersetzung her rumorte.
Wir drei hatten die finstere Obusschleife fast zur Gänze überquert, als es von der nahen Bahnübersetzung her rumorte.
„Ein Krampus“!
Gleißendes Bewußtsein überflutete uns jäh, nagte an unseren Gedärmen.
„Ein Krampus“, pochte es in meinem Kopf, während sich der Trubel, das Gejohle der ausgelassenen Meute näherte.
Dem Echo der abgefeuerten Stoppelrevolver folgte der beißende Geruch verbrannten Schießpulvers.
Dem Echo der abgefeuerten Stoppelrevolver folgte der beißende Geruch verbrannten Schießpulvers.
Im Zentrum des dunklen Chaos bäumte sich eine schwarz vermummte Gestalt auf, schwang eine Rute, rasselte mit einer Kette über den Bürgersteig.
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Wie von einem Blitz getroffen riss Walter aus, während ich meinen Körper an den meiner Mutter drückte, an ihrem Wintermantel zerrte.
Wie von einem Blitz getroffen riss Walter aus, während ich meinen Körper an den meiner Mutter drückte, an ihrem Wintermantel zerrte.
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Walter schnellte davon und lief und lief, als ginge es um sein Leben.
Wir riefen ihn zurück. Es half nichts. Unsere Schreie verloren sich in jener Dezembernacht.
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Die Sohlen seiner Schuhe haben sich tief in meine Kindheitserinnerungen gebrannt.
Walter lief den Weg zurück.
Vor den Augen meiner Phantasie läuft er noch heute… Irgendwo… ich habe ihn leider schon lange aus den Augen verloren.
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Eigentlich wollte ich schon öfter darüber reden, von Walter erzählen. Als Sohn und Enkel so genannter Volksdeutschen und Bewohner hölzerner, mit Teerpappe gedeckter Baracken, gehörte er zu den Menschen, die so ganz anders waren als wir „Einheimischen“.
Frauen in schwarzen Kleidern, schwarze, gestrickte Dreieckstolas um den Schultern, das Haupt bis tief in die Stirn in ebenso schwarze Kopftücher gehüllt, Gemurmel und Gezeter in einer schier unverständlichen Sprache, Blicke stiller Resignation.
Frauen in schwarzen Kleidern, schwarze, gestrickte Dreieckstolas um den Schultern, das Haupt bis tief in die Stirn in ebenso schwarze Kopftücher gehüllt, Gemurmel und Gezeter in einer schier unverständlichen Sprache, Blicke stiller Resignation.
Unsere Haltung war um vieles selbstbewußter als die der Volksdeutschen, obwohl wir um keinen Groschen mehr besaßen als sie…
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Die oberflächlichen Unterschiede, das Stigma der improvisierten Behausungen genügten, legitimierten jenes Anders-Sein.
Die oberflächlichen Unterschiede, das Stigma der improvisierten Behausungen genügten, legitimierten jenes Anders-Sein.
Wir teilten damals unser fichtengrünes Tal mit einem Vorboten der Dritten Welt und wussten es nicht…
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Heute gibt es in meiner Heimatstadt längst keine Barackenlager mehr.
Heute gibt es in meiner Heimatstadt längst keine Barackenlager mehr.
Nicht nur die Nachfahren der einstigen Volksdeutschen, sondern auch die seit den sechziger Jahren dort hängen gebliebenen Gastarbeiter assimilierten sich im Laufe der Zeit vollkommen.
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Im Nu gewöhnt sich der Mensch an den Komfort, den ihm eine wohlhabende Umwelt beschert, die ihm zur Selbstverständlichkeit wird. Eine Gesellschaft, die als Vater Staat den Heiligen Nikolaus zu haben scheint, fürchtet selbst den hässlichsten Krampus nicht… Im Gegenteil, sie wählt ihn…
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Es ist wie immer die Nähe des Elends, die mich aufschrecken lässt.
Es ist wie immer die Nähe des Elends, die mich aufschrecken lässt.
Die drittweltlichen Unzulänglichkeiten, die in den Gesichtern der dunkelhäutigen Menschen geschrieben stehen.
Ob ich all das Leid mit ansehen will oder nicht, es nützt kein Wegschauen. Neben Pelé, dem obdachlosen Sandler von vis à vis, machten es sich über Nacht drei Straßenkinder bequem, klebten an den Mauern der gegenüberliegenden Häuserreiche, als saugten sie an der tagsüber gespeicherten Sonnenenergie.
Die Zeitungsmeldungen verkündeten Massenmord und kollektiven Totschlag, zeigten die leeren Stellagen, auf denen seit mehreren Wochen lebenswichtige Medikamente fehlen, erzählten vom wachsenden Heer der Schwarzarbeiter und Verkäufer geschmuggelter Waren, von minderjährigen Dirnen und Drogendealern, von den Verordnungen unseres Rabenvater Staates und den sporadischen Einschreitungen der Polizeigewalt. Alles reichlich illustriert mit viel Blut, entsetzten Gesichtern und einigen, verkrampft auf der Erde liegenden Toten, mit einer Schar stumm herumstehender Schaulustigen.
Die Zeitungsmeldungen verkündeten Massenmord und kollektiven Totschlag, zeigten die leeren Stellagen, auf denen seit mehreren Wochen lebenswichtige Medikamente fehlen, erzählten vom wachsenden Heer der Schwarzarbeiter und Verkäufer geschmuggelter Waren, von minderjährigen Dirnen und Drogendealern, von den Verordnungen unseres Rabenvater Staates und den sporadischen Einschreitungen der Polizeigewalt. Alles reichlich illustriert mit viel Blut, entsetzten Gesichtern und einigen, verkrampft auf der Erde liegenden Toten, mit einer Schar stumm herumstehender Schaulustigen.
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Jahrzehntelang war mir unklar, warum mein Freund Walter an jenem Abend des 5. Dezembers der frühen 50er Jahre Reißaus nahm, als sich ein Krampus näherte.
Jahrzehntelang war mir unklar, warum mein Freund Walter an jenem Abend des 5. Dezembers der frühen 50er Jahre Reißaus nahm, als sich ein Krampus näherte.
Schließlich waren wir beiden Kinder nicht alleine unterwegs. In unserer Begleitung befand sich eine erwachsene Person, die uns Schutz bot : meine Mutter.
Walter jedoch empfand es anders. Die Geborgenheit galt mir, nicht ihm.
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Ich habe lange Jahre gebraucht, um Walters Fluchtmotiv zu ergründen.
Ich habe lange Jahre gebraucht, um Walters Fluchtmotiv zu ergründen.
Die Stiefkinder der unbarmherzigen Gesellschaft meiner brasilianischen Umwelt öffneten mir schließlich die Augen. Wäre ich in Österreich, in der „Heilen Welt“ und in jenem Paradies sozialer Gewissheit geblieben, hätte ich Walters Fliehen womöglich nie verstanden…
Kleiner Fotoquizz
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Für die richige Antwort plus R$ 39,00
( neununddreissig Reais )
kriegt der erfolgreiche Quizzteilnehmer
im Bistrô PortoSol
in Salvador, Bahia, Brasilien
ein Gulasch und ein Bier!
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a) Jedermann mit einem IQ von mindestens 47 sieht so aus.
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b) Das kommt davon, wenn man sich selbst konterfeit und "obüdlt".
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c) Beim Lesen dieses Werkes erinnert er sich an Werner Herzogs zweieinhalb Stunden
dauernden Film "Fitzcarraldo".
Sowohl das Ansehen jenes elendlangen und aufreibenden Spielfilmes, als auch das Lesen von Thilo Sarrazins Buches "Deutschland schafft sich ab" bedeutet eine Kalorien und Nerven verzehrende Schwerstabeit!
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d) "Apopo" Schwerarbeit. Mit einem IQ von 47 war es gar nicht so leicht, das Buch und zugleich auch das Aquarell mit der ehemaligen Mürzbrücke zu Kapfenberg abzulichten.
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e) "Apopo" Licht... das helle und runde Dingsda auf dem Dach des Schmidthauses ist nicht etwa die Sonne, sondern der Reflex des Blitzlichtes eines mehr als stümperhaften
Amateurphotographen.
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f) Der Kerl liest und liest, und meint moch immer, diese Art "Nürnberger Trichter" habe
ihm gerade noch gefehlt... und daß das Thema eigentlich und genau genommen auch in
eine kleine Broschüre gepaßt hätte... Aber er kennt ja seine "teutschen" Pappenheimer.
Die müssen jedes Thema erschöpfen, auch wenn es den Leser erschöpft und zutode quält...
Aber da waren ja ausser dem Buch noch die guten Käferbohnen und das wunderbare steirische Kernöl im nach Brasilien geschickten Paket.
Schmerzensgeld sozusagen>hehehe!
Vielen Dank mein lieber Oskar Antonio!!!
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g) Alle Antworten sind richtig.
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p.s. Das "Schmidthaus" ist wahrscheinlich falsch geschrieben... Aber was kann man von einem Kerl mit einem IQ von 47 auch schon erwarten?
segunda-feira, 29 de novembro de 2010
Musik ist Trumpf im Leben...


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Obwohl ich André Rieu nicht besonders mag, so muß ich ihm eines lassen: er versteht es, unsere Unterhaltungsmusik aus der Kaiserzeit ins rechte Licht zu rücken!
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Mir kommt die längste Zeit schon vor, die Österreicher wollten aus einer leichten Unterhaltungsmusik mit aller Gewalt "ernste Musik" machen.
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Man braucht ja nur beobachten, mit welchem Gewand und mit welchen Gesichtern die Leute zu einer Nachmittagvorstellung der Fledermaus kommen, oder beim Neujahrskonzert erscheinen.
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Ich mag André Rieu nicht, weil er erstens eitler ist und sich besser vorkommt als ein österreichischer Bildhauer, und zweitens, weil er bei seinen Bemühungen den Ball oft viel zu weit über die Querlatte pfeffert!
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Trotzdem lohnt es sich, diesen kleinen Clip zu erleben:
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Viel Vergnügen!
Maß für Maß

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Die Schweizer weisen "kriminelle" Ausländer aus.
Ich finde, das ist ihr gutes Recht!
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Warum aber behalten die Schweizer kriminelles Kapital von ausländischen Politiken und anderen Gaunern?
Warum aber duldet die Schweiz nach wie vor nachweislich im Ausland unterschlagenes, gestohlenes und geraubtes Geld?
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Warum duldet die Schweiz weiterhin kriminelle Bankkunden aus dem Ausland?
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Kann mir das bittedanke irgendjemand erklären?
sábado, 27 de novembro de 2010
Weihnachten in Bahia

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In Brasilien ist Weihnachten anders.
Entweder gar nicht, oder übertrieben wie in Gramado, im südbrasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Sul, wo zur Weihnachtszeit mehr Weihnachtsmänner herumrennen als im Lappland und ganz Norwegen.
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Weihnachten, so wie in Österreich und früher einmal, höchstens in Dreizehn Linden, in der 1933 von Tirolern gegründeten Stadt in Santa Catarina.
Hier oben im tropischen Nordosten gibt es nichts, das mich an Weihnachten meiner Kindheit und Jugendzeit erinnern könnte.
Meine "Baianos" kennen keine andere Form der Feierlichkeit, als Faschingsklamauk.
Jedes Fest artet früher oder spätestens gegen Mitternacht in Karnaval aus.
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Ich habe schon öfter gesagt und geschrieben, es wäre doch interessanter und vor allem gescheiter und dem Klima angebracht, Weihnachten aus erster Hand und nach dem Brauchtum des Nahen Osten und Heilands Geburtslandes zu feiern.
Dort Palmen, hier Palmen, alles Leinwand bzw. paletti!
Aber diese komischen Kerln hier hören ja nicht auf mich, sondern beharren auf einem second hand-Weihnachtsfest. Weihnachten wie in den USA.
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Ausserdem liegt dem "Baiano" kein "gemeinsames und weihnachtliches Handeln".
Der Baiano ist kein "kollektiver Mensch".
Bei einer eventuellen Inszenierung der Krippe würde es Schwierigkeiten und Auseinandersetzungen geben.
Baianos kommen bereits als Hauptdarsteller zur Welt und haben kein Talent für Nebenpersonen oder gar Figuranten. Es gäbe also viel Andrang an der Krippe, während keiner Hirte sein wollte. .
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Das Internet, insbesondere die Webseite des Österreichischen Flugwetterdienstes, klärt mich über die Temperaturen im gesamten Alpenland auf, während ich hier in Salvador über alle möglichen Dummheiten nachdenke.
Seit Tagen verfolge ich mit schadenfrohen Blicken die tiefblauen Ziffern auf der wohlbekannten Landkarte. Lauter Minusgrade.
Währenddessen sitze ich mit nacktem Oberkörper und klebriger Haut in meinem südländischen Domizil, genaugenommen in Salvador, Bahia, Brasilien bei offenem Fenster.
Müdes Tageslicht dringt ins unbeleuchtete Zimmer, vermischt sich mit der Helligkeit des Monitors.
Die schrillen Stimmen der Bem-Te-Vi-Vögel kündigen die nahende Tropennacht an. Sachte, aber bestimmt und ohne Dämmerung, spannt sich die laue Dunkelheit über die Hafenstadt am Südatlantik.
Es folgt die Stunde der prallen Abfallsäcke vor den Häusern, die auf die Städtische Müllabfuhr bzw. auf die flinken Hände armer Leute, die nach Essbarem, nach noch verwendbaren Objekten suchen, Gehsteug und Sraße mit dem von ihnen verschmähten Kehricht verzieren.
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Jetzt, am Ende von Bundespräsident Luis Inácio Lula da Silva´s Amtszeit heißt es, er habe 28 Millionen Miserable aus ärgster Not gezogen. In Lula haben wir also einen tropischen Nikolaus, einen brasilianischen Weihnachtsmann, der den ärmsten der Armen unsere Steuergelder gibt. Verteilung des Reichtums nennt man das.
In Wirklichkeit hat das leider auch seine Nachteile..Es gehört nun zu unserem Alltag, daß wir die Korredore des Supermarktes mit neuen Konsumenten teilen müssen.
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Da sitze ich unter dem schnurrenden Deckenventilator und freue mich, weil mir eine liebe Freundin aus Österreich eine Adventkalender-Weihnachtskarte geschickt hat.
Das glitzernde Etwas, das sich an meinen Fingern ablagert, erinnert mich an die überladene Schminke einer dunklen Schönen beim Maskenball, laden mich zu einer flüchtigen Gewissenserforschung ein. Die vermeintlichen Spuren einer frivolen Begegnung erweisen sich jedoch als Schnee der Dächer und Gesimse des kleinen Adventkalenders.
Morgen früh werde ich nach den Fensterln Ausschau gehalten. Welches weihnachtliche Objekt uns diese allererste Illustration wohl zeigen wird?
Die aus Favelas stammenden armen Schwarzen von der Straße unten brauchen derart zärtliche Aufmerksamkeiten nicht. Dafür haben sie kein Verständnis. Sie würden uns womöglich zahn – und verständnislos anschauen, wollten wir sie mit einem Adventkalender beglücken.
Morgen werde ich auch unsere Veranda mit bunten Lampen schmücken.
Einige Lichter blinken heute schon von Büschen und Palmen gegenüber liegender Wohnbauten. Trotz der tannenähnlichen Bäume vor den befestigten, sorgsam umzäunten und streng bewachten Behausungen, erinnern mich die Weihnachtsdekorationen baianischer Nobelviertel eher an Trios Elétricos, an die dem Karnevalsspektakel dienenden, auf riesigen Tiefladern montierten Höllensoundmaschinen und ambulanen Bühnen für die "neuheidnische axé-Religion" mit ihren singenden und tanzenden Priesterinnen und Pristern, als an den Advent, an die stille Jahreszeit.
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Am Abend des 24.12. wird sich wie immer meine Familie, oder besser, Maria Alices Familie bei uns zu Hause treffen. Bei dieser festlichen Gelegenheit wird gegessen, getrunken und geplaudert. Nichts weiter!
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Vergangenes Jahr war gerade die liebe Freundin aus Österreich mit ihrem Mann hier in Salvador und bei unserer Feier.
Natürlich versuchten wir Österreicher die Gelegenheit zu nützen, um meinen Baianos ein paar Weihnachtslieder in deutscher Sprache vorzusingen. "Oh Tannenbaum", "Leise rieselt der Schnee" und selbstverständlich auch "Stille Nacht, Heilige Nacht".
Unser Versuch fiel vorerst ind Wasser!
Keiner wollte aufpassen, jeder redete durcheinander. Das ärgerte mich. Es folgte ein kleiner Streit. Ein tragikomischer Bürgerkrieg mit Splitterbomben, Granaten und rotativem Maschinengewehr!
So nach ihrem Äußeren zu schließen, hält unsereins die Brasilianer glatt für “zivilisierte”, Europäer. Episoden wie diese jedoch vergiften unser Herz mit Vorurteilen, lassen gewisse Zweifel aufkommen.
Wie können sie nur bei so einem heiligen Kunstgenuss nicht andächtig zuhören wollen? Das ist doch die Höhe! Ein Skandal ist das ! Nach zankenden Blitzen und einem kleinen Donnerwetter hörten schließlich alle schweigend zu. Sie schwiegen auch nach der kunstvollen Darbietung noch eine Weile…
Die Weihnachtsbescherung brachte dann alles wieder in die Waage, der Alkohol alles außer Rand und Band. Weihnachtsstimmung gibt es hier bei uns in Salvador, Bahia, Brasilien so gut wie keine! So etwas darf niemand von uns erwarten. Jedes Fest in Bahia unterliegt zwangsweise der Karnevals-Metamorphose. Egal ob Ostern zelebriert wird, oder Sonnwendfeier oder Advent oder Weihnachten, “tudo vira carnaval”. Alles wird zu Karneval… “Jingle Bells” schlagen nach und nach in schweren Karnevalssound um.
Portale, Fenster, Ziersträucher und Palmen, überladen mit hektisch blinkenden Lampengirlanden.
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Der Sturzbäche schwitzende Weihnachtsmann vom nahen Shopping Center zerrt den Wattebart vom Gesicht, zieht seine roten Klamotten aus, besteigt den Omnibus, der ihn an die unwegsame Peripherie der Metropole bringt. In ein Chaos wie die Schafe und Hirten von Bethlehem. Die auf der Straße schlafenden Menschen erinnern an die Heilige Familie. Auch braucht keiner von uns lange nach den Besitzern der Herbergen zu suchen. Nach König Herodes auch nicht…
segunda-feira, 22 de novembro de 2010
Spazierflug über Salvador
Kleiner Spazierflug über - Teile von - Salvador, Bahia, Brasilien.
http://www.youtube.com/watch?v=HCjtH_DeQ3g&feature=player_embedded
Guten Flug
Reinhard
http://www.youtube.com/watch?v=HCjtH_DeQ3g&feature=player_embedded
Guten Flug
Reinhard
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