segunda-feira, 19 de dezembro de 2011

Weihnachtsgeschichte "Der Grüne Kilian"




"Als ich Christtagsfreude holen ging" lautet der Titel meiner Lieblings-Weihnachtsgeschichte. Sie stammt aus Peter Roseggers Waldheimat, unweit meines Geburtsortes Kapfenberg.
Es geht dabei um den Bericht des zwölfjährigen Waldbauernbuben, den der Vater in dunkler und eisiger Herrgottsfrühe ins Tal und in das Dorf Langenwang schickt, um Schuldgelder einzutreiben und damit Lebensmittel einzukaufen. Ingredienzien für die Weihnachtsschleckereien. Auf dem Rückweg trifft er den Grünen Kilian, einen Asozialen, wie man heute sagen würde. Dieser hilft dem Peterl beim Tragen der Waren. Beide gehen eine Weile nebeneinander, als der grüne Kilian immer schneller durch den verschneiten Weg stapft und der Waldbauernbub schon nicht mehr mitkommt und zurückbleibt. Ein Kutscher hilft dem Peterl schließlich, vom grünen Kilian die Lebensmittel zurückzufordern. So kehrt der Bub mit seinen weihnachtlichen Siebensachen in seine traute Waldheimat zurück.

Ein Auge auf jene Fischbacher Alpen mit Langenwang, Krieglach und Alpl, aber auch mit Kapfenberg gerichtet, während das andere auf meine Wahlheimat Salvador blickt, sehe ich nicht den Waldbauernbuben sondern den grünen Kilian als Hauptperson der Erzählung.
Was wohl geht in Hirn und Herz derjenigen vor, die sich ausgegrenzt und abseits sozialer Gerechtigkeit fühlen? Was bringt den grünen Kilian dazu, mit den Lebensmitteln im Korb davonzueilen? Wie viele Kinder hat er in seiner Hütte, und wie wenig um deren Hunger zu stillen? Wie gerecht ist unsere Gesellschaft? Wie gehen einem derart pamphletarische Sprüche auf die Nerven?
Soll er doch arbeiten der grüne Kilian und sein eigenes Geld verdienen!

Im Traume stoß ich auf einen Urururenkel des grünen Kilians. Der ist ein guter Schifahrer, hat aber noch nie ein Rennen gewonnen. Ein Verlierer also. Genauso wie sein Urururgroßvater. Er erzählt mir von seinen Faßdauben, mit denen er über Stock und Stein von seiner Fischbacher Hütte ins Tal jagt. Er spricht von mehr oder weniger redlich organisierten Holzschiern mit Riemenbindung, selbst aufgeschraubten Stahlkanten und selbst gekochtem Wachs. - Früher brauchte ein Schirennfahrer ein Drittel Mut, ein Drittel Talent und ein Drittel Kraft -, sagte er. - Bei den neumodernen Abfahrttspisten, die wie Autobahnen aussehen, kann einer auf Talent und teilweise auch auf Mut verzichten und muß sich bloß auf die Kraft der Beine konzentrieren. Heute entscheidet Kraft und die Ausstattung, ob ein Schirennfahrer Erfolg hat oder nicht. So ist es überall im Leben -, sagte er noch, dann rennt er davon, hinterläßt im Schnee die Abdrücke der Sohlen seiner Goiserer.

Ich werde ab heute an der gleissend hellen Weihnachtsdekoration und am Einkaufsrummel vorbeischauen. Mein Blick wird die Verlierer unserer Gesellschaft suchen. Diejenigen, die um ihre Existenz kämpfend, gezwungen sind zu improvisieren, um einen billigen Euphemismus zu strapazieren.
Improvisiert haben auch Maria und Josef, als Christi Geburt nahte. Jahrtausende vergehen, aber die soziale Gerechtigkeit bleibt unverändert. Irgendetwas stimmt bei diesem Vergleich nicht. Was wohl?

Heute werde ich meiner Weihnachtskrippe neue Figuren beifügen. Die des hageren Grünen Kilian, dessen verhärmten Weibes mit rotziger Kinderschar.

domingo, 6 de novembro de 2011

Mit jedem Auftauchen einer elektronischen Neuigkeit bemerke ich, daß ich alt geworden bin und mich längst im Herbst des Lebens herumtreibe.
Früher galten junge Menschen als unerfahrene Grünschnäbel und die ältere Generation als erfahren und weise. Kinder waren Anfänger, Erwachsene Fortgeschritene und Greise hoch geehrte und geschätzte Ratgeber.
Im Früling meiner Existenz assoziierten wir das Wort "Fortgeschritten" gerne mit jahrelangem Lernen und Üben; mit einem selbstbewußten, von Laien und Anfängern bewunderten Auftreten; mit den flinken Frauenhänden beim Knüpfen von Klöppelspitzen; mit den sonderbar gespitzten Lederlippen der Blasmusiker oder mit den muskulösen Gliedmaßen und an Maroniöfen erinnernden Oberkörpern von Gewichthebern und Hammerwerfern.
Andererseits wurden Anfänger im Lenz meines Lebens mit Schulranzen tragenden Tafelklasslern in Verbindung gebracht. Anfängern haftete die Mühe an, stundenlang Schönschrift zu üben, sowie schwerleibige "Kilonoten" auf und ab und über nicht enden wollende Tonleitern zu zerren.
Frühling und Sommer sind vorüber und Computer, sowie numerisch gesteuerte Werkzeugmaschinen und andere Roboter haben längst den Großteil aller händischen Fertigkeiten abgebaut und in die Altersrente geschickt. Ein bedeutender Teil unserer Muskeln und auch des Hirns, sind allein der Fernbedienung elektronischer Geräte zum Opfer gefallen. Windows, Gooogle und facebook sickern mit der Muttermilch in die Neugeborenen.
Kaum können die Kleinen gehen und ein "a" von einem "b" unterscheiden, sind sie auch schon keine Anfänger mehr, sondern "user"!
Alles was sie wissen müssen ist bereits vorgekaut und mundgerecht in Griffnähe.
Plötzlich springt uns alle Welt aus dem Monitor direkt in den Schoß. Internet macht alles möglich... wenigstens in einem virtuellen Universum. Die einstigen Tafelklassler manipulieren illustriertes Wissen, von dem die Experten erst unlängst kaum zu träumen wagten. Geschicktheit und besondere Fähigkeiten von Extremitäten, Lippen, Lunge und Stimmbändern dienen nur noch Sportlern und Künstlern, Akrobaten, Musikern, Sängerinnen und anderen Superstars und in Multimillionäre verwandelte Gaukler. Aber auch in diesem Bereich kommt uns die Maschine immer näher.
Es schaut nun wirklich so aus, als gebe es keine Anfänger mehr. Nur Fortgeschrittene wagen es, zur Abwechslung den Computer auszuschalten, aufzustehen und auf die Straße zu gehen.
Nur Fortgeschrittene denken an die Möglichkeit, ohne elektronische Logistik und GPS, auf eine geordnete Umwelt und soziale Gewißheit zu verzichten und mit kritischen Augen auszuziehen, um selbst das Fürchten zu lernen.
Als altender Beislwirt beobachte ich junge Pärchen, vor ihren Tellern und Gläsern sitzend, ein jeder, das iphone in der Hand, telefonierend.
Eine Form der Einsamkeit, die noch vor dreissig Jahren undenkbar gewesen wäre.
Nagt die virtuelle Welt tatsächlich an der Menschlichkeit, wie ich Oldtimer es seit einiger Zeit prognostiziere? Oder ist das nur ein Zeichen meiner Inkompetenz, all diese elektronischen Spielzeuge handzuhaben und zu nützen?
Heute verschickt kein Mensch mehr handgeschriebene Briefe. Es werden solche auch nicht mehr erwartet oder empfangen. Auf Ferienreisen kauft und verschickt auch keiner mehr Ansichtskarten aus Lignano Sabbiadoro, Paleokastritsa oder St. Pé de Bigorre. Briefmarken gehörten zum Universum anachronischer Philatelisten.
Urlauber verreisen heute mit notebook und eingebautger webcam, quatschen stundnelang über Skype und versenden Fotos und Filme per internet. Der mit GPS ausgerüstete Leihwagen führt den Lenker direkt bis zur Hotelpforte.
Nein danke!
Das alles brauche ich als alter Mensch nicht!
Anstatt per Skype gratis mit Daheimgebliebenen zu plaudern, sitze ich lieber irgenwo in einem Wirtshaus unter Einheimischen. Auch verlasse ich mich auf kein GPS. Da frag ich lieber die Passanten auf der Straße, auch wenn mir die meisten nicht helfen können, sondern mit osteuropäischem Akzent antworten. Während die alten Landsleute zu Hause vor dem Fernseher oder in einem asseptischen Einkaufszentrum herumlungern, freuen sich Bosnier und andere ehemaligen Yugoslawen anscheinend immer noch, in frischer Luft spazierengehen zu können, ohne Angst zu haben, über eine Tretmine zu stolpern.
So ein Flüchtling hat mehr mit mir gemein als die Eingeborenen.
Auf einmal ist es, als begegnete ich mitten im Herbst dem Frühling in Form von Menschen ohne diese ekelhafte soziale Gewißheit, die mir bei verhätschelten Österreichern, und mittlerweile auch bei vielen Brasilianern auf die Nerven geht.
November 2011
Reinhard Lackinger

sexta-feira, 12 de agosto de 2011

Neuer Weltrekord

Unlängst schrieb ich in meinem virtuellen und "henkellosen" Postkoffer, den ich an Habitués unseres Beisls in Salvador zu schicken pflege vom scheinbar lücken - und makellosen Leben in den sogenannten Industrieländern.

Ich erzählte von der geordneten Welt in Europa und in anderen reichen Nationen, wo praktisch keiner mehr auf Nachbarn oder Verwandte oder Freunde angewiesen wäre, und jeder alleine in seinen eigenen Vierwänden hauste.

Dabei behaupte ich sogar, daß ein jeder Mitteleuropäer seinen Alltag verbringen kann, ohne mit irgendeinem Mitmenschen interagieren zu müssen.
Ein jeder sei in seiner unsichtbaren Blase sicher, konstatiere ich!

Hier in Salvador, Bahia, Basilien und in der Dritten Welt schaut der Alltag anders aus, sagte ich. Viele suchen Unterschlupf in ummauerten, befestigten und klimatisierten Bauten; in Wohnburgen und Shopping Malls.
Auf die Dauer gelingt es aber keinem, dem Heer der Armen zu entkommen, die fortwährend und in Scharen aus Elendsvierteln dringen. Die chaotischen Zustände einer mangelhaften Urbanisierung zwingen uns andauernd mit allen möglichen Mitmenschen zu verkehren und zu interagieren. Sowohl mit angenehmen Menschen, als auch mit üblem Pack auf den Straßen.
Was uns auf den ersten Blick lästig erscheint, entpuppt sich als ein Elixier der Glückseligkeit; ist gut, billig und heilsam! Ob es auch würdig, also menschenwürdig und recht ist, will ich bezweifeln!
Wir müssen mit dem Nächsten interagieren, ob wir wollen oder nicht! In einem Schwellenland hängt das weitere Leben davon ab, wie wir den Mitmenschen begegnen.

Das sagte ich, als die Zeitung von einem verwesten Schweden erzählte, der drei Jahre lang in seiner Wohnung lag, ehe er entdeckt wurde.
In Brasiien würde so etwas wegen der sich überstürzenden Kontakte und dem steten Zwang zum Miteinander nie geschehen.

Wenige Wochen später las ich im Internet von einem Kadaver aus Sydney, dem es gelang, den Weltrekord des Schweden um ganze fünf Jahre zu überbieten.


terça-feira, 5 de julho de 2011

Ernest Hemingways 50. Todestag



Unlängst und zum 50. Todestag Hemingways hieß es in alpenländischen Zeitungen, der amerikanische Prosaautor und Begründer des Eisbergmodells passe nicht mehr ins einundzwanzigste Jahrhundert.

Natürlich nicht! Schriftsteller, die nach wie vor menschlichen Schwächen und Tapferkeit, sowie einem Augenblick der Wahrheit nachstellen, haben in unserem Zeitalter nichts mehr verloren!

Literatur brauche keine Wirklichkeit mehr, die aus sozialem Kleinkram besteht, heißt es in den Reihen der heutigen Literaten. Jeder Text schüfe seine eigene Wirklichkeit, behaupten sie. Eine Schriftstellerin, die beteuert, ihre Texte mit Herzblut geschrieben zu haben, wird sofort als enfant terrible des Literaturkreises abgestempelt.

Wahrlich, in einem Land, das seit vielen Jahrzehnten keinen blutigen Konflikt mitmacht, hat einer, der freiwillig in den Krieg zog, nichts verloren... und in unserem vegetarischen Zeitalter will unsereiner von Jägern und Fischern nichts mehr wissen und jetzt, nachdem Katalunien die Stierkämpfe verboten hat, sind Romane wie Fiesta ohnehin passé!

Irgendwie erinnert mich dieser Abschuß Ernest Hemingways an das Verschwinden der Karl-May-Bücher aus den Regalen der Städtischen Bücherei Kapfenbergs in den 50erJahren.
Damals ging es um einen weissen Jäger, der sich in einen schönen und jungen Apatschenhäuptling verliebte.

Ich denke, die Abfuhr, die Hemingway anlässlich seines 50.Todestages in unserem niedlich-kleinen Alpenland einstecken mußte, wird ihm wohl nichts anhaben können!

Salvador, 5. Juli 2011


Reinhard Lackinger

domingo, 19 de junho de 2011

Land der psychisch Kranken?

In der amerikanischen Abenteuer-Komödie Crocodile Dundee fragt ein Dandy den australischen Waldläufer beim Dinner in einem Nobelrestaurant, wie er sich fühle, essen zu können, ohne vorher ein Vieh töten zu müssen.

Als Beislwirt mit vielen vegetarischen und veganischen Gästen könnte ich hinzufügen...
"... und ohne vorher frisches Gemüse aus dem Garten holen zu müssen".

Daran muß ich denken, wenn Schlagzeilen mir erzählen, daß 900.000 Österreicher heutzutage tonnenweise Psychopharmaka in sich schaufeln, sich vom Chefarzt seelisch krank schreiben lassen und bei der Arbeit fehlen.

Natürlich zeigt mein vorurteilsvoller Finger sofort auf die in meinen Augen übertriebene soziale Sicherheit der rot-weiss-roten, oder besser, eher roten als weissen Staatsbürger.
Der Mensch sei ein soziales Tier, das an Hirn-und Seelenschwund leidet, sobald es vom Vater Staat zu sehr bemuttert und verhätschelt wird, plärrt eine Stimme mir.
Direkte und indirekte Zuwendungen aus der Öffentlichen Hand machen den Staatsbürger lebensfern!
Er verlernt den Bezug zu realen Werten. Seine Lohn verliert immer mehr den Kontakt mit dem Preis von Erdäpfeln, Paradeisern, "Blunzn", "Xöchtem" und einem Festmeter Brennholz!

Konkret zeigt mein Finger auf die Rasenfläche inmitten sauber gestutzten Hecken, wo jetzt Hektare weisser Haut mit Sonnenbrille liegen, oder ihreKäsekrainer grillen, anstatt einen Gemüsegarten zu bestellen, umzustechen, zu pflanzen, jäten und ernten, ...

Von Cannabis in Blumentöpfen auf dem Balkon will ich aber nichts wissen!

Wenn ich nun von 900.000 seelisch kranken Landsleuten lese, denke ich, daß es sich dabei um Inlandsösterreichr handeln muß.
Im Ausland lebende Österreicher haben andere Sorgen!

terça-feira, 17 de maio de 2011

Land der Hecken, Land der Tunnels





















Bei einem Besuch in der alpenländischen Heimat, führte unser Weg Mitte der 90er Jahre am Geburtsort eines bekannten Buchautors vorbei. Die Erinnerung bescherte mir die Bilder, der von ihm beschriebenen Umwelt aus Kindheit und Jugend. Es war aber nichts davon zu sehen.

Nur der Kirchturm ragte über die übermannshohen und sauber gestutzten Hecken hinaus. Als ich ihm, dem mittlerweile zum Freund gewordenen Schriftsteller, von jener verunglückten Pilgerfahrt erzählte, glaubte ich einen kleinen Seufzer wahrgenommen zu haben. Vielleicht war es aber nur das Rascheln der Zeitung aus seiner Heimat, die er bei unserem Kommen beiseite gelegt hatte.
Nicht jeder empfindet die Heimat gleich. Mann und Frau orientiert sich entlang bekannter Beziehungspunkte aus Verwandten, Freunden und Bekannten, an der Umgangssprache, am Grüßen, an der mehr oder weniger ostensiven und liturgischen Höflichkeit der Einwohner alpenländischer Orte; am Geruch des Flieders, der Latschen, der Pfingstrosen, des Schweinsbrüstels, des Schnees; am Geschmack der Grammelknödelsuppe mit Schnittlauch und des Maschanskermosts.

Auslandsösterreicher älteren Jahrgangs scheinen da besonders empfindlich zu sein. Sie erkennen beim ersten Schluck, dass ins Krügerl kein Märzenbier, sondern ein Pils gezapft wurde, versuchen sich zu erinnern, wie sie trotz aller neuen und unbekannten Tunnels bis in die Stadtmitte ihres Geburtsortes finden und dort parken konnten.

Die Menschen rings herum sehen anders aus als früher. Dabei ist nicht die Hautfarbe des Einen oder der Anderen ausschlaggebend. Aus dem Antlitz aller Einheimischen leuchten die Jahrzehnte des Wohlstandes, Zeichen, so deutlich, wie die durchgehenden Fahrradwege im Verkehrsnetz … von Nofels bis Mureck. Die Augen eines in Brasilien lebenden Auslandsösterreichers erkennen die soziale Gewissheit der Inlandsöstereicher in allen ihren Gesten. Vom Tragen der Kleider bis zu den einfachsten Bewegungen beim Interspar. Dabei verspürt er eine gewisse Heimatferne. Er fühlt sich fremd, sehnt sich nach den lebensnahen Nachkriegsjahren, flüchtet vor der menschenleeren Fußgängerzone im Altstadtkern und vor dem Einkaufszentrum, flieht in die Einschicht, in den Graben des nahen Gebirges, zum Mostheurigen, auf die Berge.

Er benimmt sich wie ein wildes Tier, dem man den natürlichen Lebensraum, den Wald genommen hat. Aus den verständnislosen bis mitleidvollen Gesichtern liest er Bände, nur keinen Heimatroman.
Beim ehemaligen Elternhaus unternimmt er den letzten Versuch, Heimat zu spüren. Dort, wo er einst der Mutter beim Umstechen, Pflanzen, Jäten und Ernten von Paradeisern und Käferbohnen half, sieht er nur noch kurzen englischen Rasen, sauberst gegstutzte Hecken… und dahinter Hektare weisser Haut mit Sonnenbrillen.

Ehe er Gesprächspartner findet, mit denen offen über all das, über seine scheinbar verlorene Heimat sprechen könnte, verstaut er auch schon seinen boarding case und den seiner brasilianischen Frau über ihren Sitzen im Luftschiff und freut sich über die Flasche Kernöl, die er neben den Büchern befreundeter Autoren problemlos nach Hause und nach Salvador, Bahia, Brasilien bringen darf.Die nächsten Ferien werden beide wieder bei lebensnahen Freunden in Dreizehnlinden, Sana Catarina und in Bento Gonçalves, Rio Grande do Sul, Südbrasilien verbringen.



Salvador, 15.Mai 2011, genau 42 Jahre nach meiner Ankunft in Rio de Janeiro, Brasilien