segunda-feira, 11 de abril de 2011

... ins heissa heissa Kürbisfeld



...ins heissa, heissa Kürbisfeld.


Vor Jahren erfuhr ich aus der Kleinen Zeitung - die ich lese, als noch keine Montagausgabe existierte und wir bis Dienstag auf die Sportnachrichten des vergangenen Sonntags warten mußten. Das war Mitte der 50er Jahre und vor über 55 Jahren - ... da stand also, daß ein Obstlieferant österreichische Supermärkte mit brasilianischen Äpfeln versorgte, anstatt mit sakrosankten steirischen Früchten.

Ein Skandal war das! Eine himmelschreiende Gaunerei! Ein hinterfotziger Betrug!


In meinem Leserbrief, der dann auch veröffentlicht wurde, sagte ich, die Österreicher sollten nicht nur ruhig brasilianisches Obst kaufen und konsumieren, sondern auch brasilianisches Fleisch, und was sie sonst noch an brasilianischen Lebensmitteln auf den Gondeln der Supermärkte fänden...

denn der, der das schreibt, lebt seit vielen Jahrzehnten ausschließlich von brasilianischen Lebensmitteln und ist mindestens genauso gesund wie jeder andere Kleine Zeitung Leser.


Deshalb scheint mir die Propaganda rund um die Bio-Bauernwirtschaft ein bisserl übertrieben.

Sie grenzt, meiner unbescheidenen Meinung nach sogar an das Lügenhafte.

"Hé, wir bieten Bio-Waren an, haben also heiliges Recht auf Agrarsubventionen!

Ausserdem sind Lebensmittel aus Schwellenländern "pfui" und voll Pestiziden und anderenSchadstoffen! Also nur her mit dem Geld und weg mit den billigeren Äpfeln, Birnen, Pflaumen, Mangas usw. aus Brasilien...

"Äpfeln aus Brasilien... wo hat man/frau denn soetwas schon gehört? Unerhört"!


Erst unlängst und während unserer Urlaubsreise durch Südbrasilien, kaufte ich bei der Sanjo in São Joaquim, SAna Caqtarina billigst frische Schwarzbeeren, mit einem Durchmesser von annähernd einem Zentimneter. Beeren, die hierzulande Mirtilo heissen.

Nach dem Waschen zwei Löffelchen Zucker drauf... und ich fühlte mich wie in meiner Steirischen Kindheit.


Leider gibt es weder in São Joaquim, noch in Fraiburgo oder Videria Maschansker, aus denenman den guten Most mache könnte...

Auch die Kernölkürbisse entwickeln sich in den bisher getesteten Regionen Südbrasiliens nicht so recht, wie mir ein guter Bekannter aus Feldbach verriet, der Geschäfte hat in Santa Catarina.


Vor kurzem las ich in der Kleinen Online vom Gezeter um die Benennung untersteirischem und unter der Mur hergestelltem, also slovenischem Kernöls.

Wenn in der Steiermark keiner mehr arbeiten, nicht mehr aufs heissa, heissa Ölkürbisfeld gehen will, und die frommen steirischen Bauern die Kürbsikerne aus Polen, China und Djiouty beziehen, die sie in ihre Ölpresse schmeissen, da kaufe ich mir lieber slowenisches, kroatisches oder ungarisches Kernöl!


Kernöl ist nämlich ein relatives Produkt. Sein Wert hängt davon ab, ob man/frau sich einen Liter Kernöl im nächsten Supermarkt kaufen kann, oder auf die gute Idee eines Freundes angewiesen ist, ihm bei der nächsten Reise nach Brasilien eine Flasche mitzubringen.

Aprilwetter.... oder


Aprilwetter,

oder

Die exotische Sehnsucht des Menschen


Früher sehnten wir Mitteleuropäer uns nach Sonne, nach warmen Sommertagen.

Elfeinhalb Monate fütterten wir unser Fernweh mit Vorfreude, vierzehn Tage an der Adria zu verbringen. In Lignano Sabbiadoro, in Bibione, in Rimini.

Wir liebten den Anblick der Pinien, des Meeres, den Geruch der mit Sonnenöl oder Niveachreme beklecksten Körper und unsere erstaunlichen Sprachkenntnisse:"una birra alla spina, per favore, se possibile Gösser!"


Dann erschien Helmut Qualtinger, nützte die schwere Verletzung seines Namensvetters Helmut Haubergers um uns zu sagen, Brutalität wäre ein Kick zwischen Kapfenberg und Simmering... und nicht irgendein Stierkampf in Barcelona.

Das war zu Beginn der 60erJahre, als unsere Industriearbeiter begannen, die Costa Bava unsicher zu machen:"dos cervezas y papas fritas por favor!... Usted tiene Gösser"?


Heute beobachte ich hier in Salvador, Bahia, Basilien, vor meinem thematischen Beisl sitzend, europäische Urlauber, wie sie von unserer Tropensonnne rot-weiß-rot gebrannt, eine kleine Hure am Arm, durch unser Strandviertel laufen.

Nach wie vor sehne ich mich nach Touristen mit etwas Kultur, Anstand und nicht allzu magerer Brieftasche, die durch unsere altösterreichische Speisekarte Dekoration und unsere Musikkulisse aus den 50er und 60er Jahren angezogen werden.

Es bleibt aber keiner stehen und es kommt von diesen traurigen Figuren auch keiner zu mir.

Gott sei Dank!


Heute sehnen wir uns nach sombra e água fresca, also nach Schatten und frischem Wasser!Nach einem eiskalten Bier, dem bei mir im Bistrô PortoSol ein jeder etwas Hopfenextrakt zufügt, um es je nach Geschmack zu verändern.


Heute sehnen wir uns nach Ferientagen in den Bergen Südbrasiliens, freuen uns auf möglichst schlechtes Wetter und niedrige Temperaturen.

In São Joaquim und Umgebung schneit es im Winter gelegentlich.

Im Sommer, also zur Faschingszeit, wenn wir vom Carnavalstrubel verjagt werden und unsere Taverne zumachen müssen, sind wir mit 12 bis 16 Grad plus zufrieden. In den Bergen von Santa Catarina und in der Weigegend von Rio Grande do Sul.

Abends, denn tagsüber, wenndie Sonne scheint, lesen wir auch in Urubici vom Termometer ganze 20 Grad.

Das tut uns gut, denn in Salvador sinken die Temperaturen auch nachts kaum unter 27 Grad.


Im Winter, wenn es bei uns in Salvador, Bahia viel regnet und die Temperaturen auf 20 Grad absacken, kaufen wir uns Käse ein, schieben zwei Flaschen Chardonnay in den Kühlschrank, kochen uns eine Fondue, schwitzen trotz offener Verandatüre wie Schmalzbettler und sind glücklich.

Währenddessen drängen sich brasilianische Urlauber in Orten wie Gramado, Campos do Jordãound São Joaquim, warten auf die ersten Schneeflocken.


Früher und zu Beginn der 70er Jahre fanden wir in unseren Kaufhäusern keinerlei Zutaten für österreichische Speisen.

Es wurde nirgends Kümmel oder Paprika angeboten.

Heute gibt es zwar an fast jeder Straßenecke einen Delikatessenladen, jedoch immer noch kein Kernöl und auch keinen Vogerlsalat, keine Kohlrüben, keine Krenwurzen und auch keinen Most!


Auf meiner Veranda haben wir Käferbohnen angebaut, den Kren ersetze ich bestens durch Wasabi, den Gusto auf Vogerlsalat oder Röhrlsalat versuche ich mit Endivie und Radicchio zu überbrücken.


Was wäre der Mensch ohne Sehnsucht? Was wäre der Frühling ohne Aprilwetter.


Salvador, 11. April 2011


Reinhard Lackinger

domingo, 27 de março de 2011

Wohin entwickelt sich das Soziale?



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Schwede wird erst drei Jahre nach seinem Tode in der Wohnung aufgefunden!

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Daß so ein Mensch den Nachbarn, den Familienangehörigen oder den Freunden erst nach einem halben Jahr abgeht, sei in jener Gesellschaft normal und akzeptabel, meint die Stokholmer Polizei... aber doch nicht erst nach 3 ( drei ) Jahren!!!

In Österreich kommt so etwas auch ab und zu vor, wie ich aus alpenländischen Zeitschriften erfahre.

In Österreich wird ein Kadaver hin und wieder auch erst und nur dann gefunden, wenn sich die Nachbarn und Anrainer durch den Berg aus Briefen, Zeitungen und anderer Korrespondenz vor der Tür des oder der Verblichenen aufregen, sich behindert und benachteiligt fühlen


Ein Zeichen womöglich dafür, daß es in jenem Sozialstaat jedem Individuum so gut geht, daß er oder sie alleine in seinen/ihren eigenen Vierwänden leben kann.

In armen Verältnissen Afrikas, Asiens und Lateimamerikas, wo Menschen aus materiellen Gründen aufeinander angewiesen sind und aus Geldmangel beisammen wohnen müssen, kann sich das kein Mensch vorstellen .

Als ich einst unter anderen Entwicklungshelfern auf einen nahen Favelahügel Rio de Janeiros schaute, sprach eine junge Dame aus Deutschland von "Asozialen". Sie meinte damit die Bewohner jener mehr oder weniger improvisierten Behausungen der Armen.


Dort aber und in den drittweltlichen Favelas, heute "Comunidades" genannt, teilen sich Menschen weiterhin nicht nur den Wohnraum, sondern mitunter auch das Bett.


Wer bitte sind angsichts der hier geschilderten Tatsachen die "Asozialen"???

domingo, 20 de fevereiro de 2011

Gedankenbrösel aus Bahia




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Abendland? Na Guade Nocht!
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Nicht nur in Österreich, sondern auch im antiklerikalischen Kapfenberg ist man sich einig: "Europa ist christlich und soll es auch bleiben!
Wir brauchen kein Minarett, und die durch unsere sakrosankte Heimat wandelnden "Kopftuchindianer" sollen gefällist von ihren exotischen Gepflogenheiten Abstand nehmen, sich angleichen, die westliche Kultur annehmen, oder abhauen und sich schleichen!
Europa ist christlich, nicht islamistisch!
Bei uns sieht die Mondsichel anders aus, als der Halbmond des Orients!"
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Prof. Shmuel Gefiltfish y Mazzes meint, islamische Immigranten wären angesichts einer positiven und resoluten Attitüde der Österreicher, bestimmt bereit, sich im Abendland anzupassen und die westliche Kultur anzunehmen. sowohl in der Religion, als auch in der Schule, am Arbeitsplatz und in der Familie.
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- ... aber schau dir heute bloß die mitteleuropäischen Familien an - sagt Prof. Gefiltfish y Mazzes.
- Entweder es wohnt ein jeder alleine in seinen Vierwänden, oder es herrscht eine Dynamik wie in einem Pensionat mit unterschiedlichem Stundenplan.
Ein jeder den Blick starr auf den eigenen Bildschirm des Computers gerichtet.
Gemeinsamkeit bei Tisch gibt es nur noch in Erzählungen von Peter Rosegger, Franz Stelzhamer und Magda Höfler.
Wirf einen Blick in die Klassenzimmer, und du glaubst, in eine Reality-Show gestolpert zu sein... Bestenfalls in die Bibliothek einer Jugendstrafanstalt mit laxer Führung...
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In der Kirche -, sagt Gefiltfish y Mazzes, - in der Kirche schneiden die Christen Europas, insbesondere die Katholiken, besonders schlecht ab.
Die machen einen geradezu traurigen Eindruck!
Da beobachtest du durch die Kirchenbank nur scheue Blicke, schlurfende Schritte, zaghaftes Murmeln gemeinsamer Gebete, sowie verschämte, schlampige Kreuzzeichen und "kniawache" Kniebeugen...
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All diese hinkenden, verhaltenen und linkisch anmutenden Attitüden der Europäer sind keine gute und wirksame Einladung ins Abendland, fördern die Integration islamischer Immigranen nicht besonders!
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Prof. Shmuel Gefiltfish y Mazzes sagt, was Religion, Organisation der Familie, Obödienz und Disziplin der Schüler betrifft, sind uns die Moslems überlegen, so dumm das auch klingen mag... Und es wird bald vieles anders und besser werden nach den Unruhen und dem Konsolidieren neuer Regierungen im ganzen Morgenlande...
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Islamische Immigranten sagen zwar nicht, wir Österreicher können unsere Hochkultur zwischen Gamsbart und Auerhahnfeder auf den Steirerhut stecken, aber denken tun sie das gewiß... während sie geduldig an der Brust der Familie auf die nächsten Transferzahlungen des Österr. Staates warten.
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Prost
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Reinhard Lackinger
Steirischer Beislwirt in Bahia

segunda-feira, 7 de fevereiro de 2011

noch ein paar Fotos vom Bistrô PortoSol





Unlängst war wieder
das Fernsehen bei mir
im Bistrô Portosol!
Da servierte ich Rita Batista,
der hüschen Talkmasterin
von der TV Bandeirantes
Steirische Schmankerln,
und zwar...
Xöchts mit Blaukraut,
Greste Erdäpfln undan
schoafm Senf dazua!

segunda-feira, 24 de janeiro de 2011

Wehrdienst oder Zivildienst


Wehrdienst oder Zivildienst?
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Wieder so ein Thema, zu dem
ich nichts Gescheites zu sagen
habe!
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Irgendetwas in mir drängt mich
aber doch, zu den von mir wohl
wieder und immer immer wieder
unverstandenen und falsch
interpretierten Schlagzeilen
österreichischer Zeitungen
Stellung zu nehmen.
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Ein Freiwilligenheer aus
Profischergen wäre effizienter als normaleBundesheer-Rekruten, meint Oskar António, mein bester Freund aus den besten Jugendjahren. .
Lustlose "Zwangssoldaten" kämen mit den modernen CNC-Waffen wohl nicht zurande, meint er.
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Als EDV-Expert wird er wohl wissen was er sagt.
Ich aber denke, die heutige Jugend marschiert im Gleichschritt mit der momentan und aktuell verfügbaren Technologie.
Sie wird auch mit diesem Spielzeug brutalen Mordes und perfider Zerstörung zurecht kommen.
Für viele scheint deshalb der Zivildienst attraktiver zu sein, oder auch nicht!
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Immer mehr Stimmen werden laut, die den Zivildienst - oder wie immer diese Einrichtung genannt wird - infrage stellt.
Die meisten sind gegen den Zivildienst, weil ihr Leben, ihre Karriere dadurch beeinträchtigt und finanziell geschädigt wird.
Sie fühlen sich im voraus ausgenützt, versuchen ihre Arschbacken von der Injektsionsnadel abzuwenden, wie man hier in Brasilien sagt.
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Apropos "sagen"...Vor etwa 50 Jahren sagte der amerikanische PräsidentJFK :
"ask not what your country can do for you - ask what you can do for your country!"
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Und ich bewundere die soziale Gewißheit der heutigen Österreicher!!!
Ich staune und sehe, mit welcher Selbstverständlichkeit sie sich unter demSchutz und Schirm der "Mutter Staat" in Sicherheit fühlen, pünktlich über die von der öffentlichen Hand bezahlten Zuwendungen verfügen!!!
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Bald möchte man meinen. die "Mutter Staat wäre ein weibliches Monstermit 8,3 Millionen "Titten"!!!
Mit anderen Worten, was einem der Staat gibt, ist keine Frage wert!!!
Wenn es aber darum geht, dem Staat etwas zu geben, beginnt das große Gezeter!
Was die "Mutter Staat" betrifft, ist das Nehmen seliger als das Geben!
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Da lob ich mir meine Tiroler aus Dreizehnlinden, Sta. Catarina, Brasilien!
Das sind noch Österreicher aus anderem Holz!
Aus Hartholz!!!
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Salvador, 24 de janeiro de 2011
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Reinhard Lackinger
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p.s. Obwohl ich die Schlagzeilen nur überflogen habe - ich habe als Beiswirt Wichtigeres
zu tun - tut mit Herr Darabos leid! Wenn er die Schnauze von den Schmarotzern voll
hat, soll er nach Bahia kommen. Dann kriegt er ei mir "a Gulasch unda Bia!".
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p p s. Vor Jahren stürmte ein junger Österreicher mein Lokal hier am Strand von Porto
da Barra, Salvador, Bahia, Brasilien. Er floh von Straßenkindern, die ihn um ein paar
Münzen baten. :-(
Wie es sich dann herausstellte, war der junge Mann Zivildiener oder sowas!
Er tat bürokratische Handlangerarbeit für eine NGO hier in Bahia.
"Naa, solche Hascherl brauchma net in Brasilien! De kennts Eich g´hoitn!!!"
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Nachwort
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In meinem Text über Wehrpflicht und Zivildienst ging es mir weder um die Verteidigung unseres sakrosankten Alpenlandes, noch um eine Alternative für Waffenverweigerer!
Ich wollte eigentlich nur die aus Lesermeinungen geklaubten Brocken verdauen, die in meinem nicht ungroßen Bauch lagen.
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Durch die Bank hieß es zum Thema Zivildienst, "wir lehnen den Zivildienst ab, weil wir unsdadurch ausgenützt, ungerecht behandelt, erniedrigt und schlecht bezahlt fühlen!"
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Von dieser Haltung der Zeitungleser auf ein "mir soll der Staat den Buckel herunterrutschen" zu schließen, war ein kleiner Schritt.
Fehlte nur noch diese Denkweise mit den in meinem Hirn gespeicherten Stories über Kniffe zu verbinden, wie viele ungerechtereise Sozialzuwendungen beziehen, um eine Meinungzu formen, Die allgemeine Soziale Gewissheit der Österreicher, die ja auch ihren Preis hat und viel Arbeit kostet, brauchte ich erst gar nicht zu strapazieren.
Für mich war zu jenem Zeitpunkt der heutige Österreicher gut im Nehmen, aber schlecht im Geben!
Damit meine ich den neuen Österreicher, der unlängst noch auf einer "Geiz ist geil" Welle einher surfte, der seit mindestens einer Generation Altruismus schief anschaut und überall den Gutmensch-Stempel hindonnert, wo er entgeltloses Tun vermutet.
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Aber was lese ich drei oder vier Tage später in der selben Zeitung?
"Fast jeder zweite Österreicher leistet Freiwilligenarbeit"!?!"
In Österreich werden aneblich pro Woche von drei Millionen Menschen 14.692.679 Stunden Freiwilligenarbeit geleistet. Im EU-Schnitt sind es nur 23 Prozent", hieß es da.
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Bei jener Lektüre war ich sprachlos!
Mich auf derart hinterfotzige Art Lügen zu strafen!?
Darauf war ich nicht vorbereitet!
Sollte das heissen, es wäre kein Zivildienst nötig, weil ohnehin schon die Hälfte aller Österreicher genau in diesem Moment irgendwo Bereitschaftsdienst hat?
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Gibt es überhaupt so viele Rotkreuzfahrzeuge, Spaten, Spürhunde, Wasserschläuche und alte Menschen?
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Wie soll ich das alles verstehen, wenn ich dann erneut auf der ersten Seite lesen muß, daß wieder ein Nachbar, eine Nachbarin, verwest und putrefakt in seiner / ihrer Wohnung aufgefunden wurde, nachdem die nicht zugestellte Post vor der Tür und vor allem die Bittschreiben nichtstaatlicher Organisationen, die Bewegungsfreiheit der Anrainer schmälerte.
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Da der Zeitungsartikel über die Arbeit Freiwilliger in Österreich nicht näher Auskunft gab, versuchtge ich mich übers Internet schlau zu machen. Dabei stolperte ich sogleich über das Wort "Ehrenamt".
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Es war gar nicht schwierig, zur Überzeugung zu kommen, Freiwilligenarbeit dürfe keineswegs mit Vereinsmeierei in Verbindung gebracht werden... und es wäre ein Irrtum anzunehmen, es gebe zu viele Häuptlinge und zu wenige Indianer unter den Freiwilligen.
Schließlich braucht jeder Literaturkreis einen Obmann oder eine Obfrau, erste, zweite und dritte Sekretäre, der Sparverein einen Kassenleiter, und die Laienspielgruppe einen Regisseur.

segunda-feira, 10 de janeiro de 2011

Der Postmoderne Mensch schafft sich ab


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Wohin entwickelt sich der Mensch?
Das frage ich mich täglich beim Lesen der Onlineausgaben Österreichischer Zeitschriften.
Was macht noch Sinn, was nicht?
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In den 50er Jahren versuchte ein Geschichtelehrer uns Hauptschülern zu erklären, daß der Mensch der Steinzeit ein gröberes und stärkeres Gebiß mit vorspringendem Kiefer hatte, um an der rohen Kost aus Wurzeln und am mangelhaft gebratenen Fleischzu kauen. Seine Stirn hingegen war klein, rutschte gleich über den Augenbrauen weit in den Hintergrund. Denken sei damals ohnehin kein Thema gewesen, meinte der Herr Obelehrer, der mitunter Morgenstern und Bi-Händer ins Klassenzimmer brachte, um seinen Unterricht mit schwingendem Mordgerät aus dem Mittelalter zu untermauern.
Die Menschen damals und vor einem Jahrtausend seien kleinerer Statur gewesen, sagte er.
Das könnte man leicht aus den Rüstungen im Grazer Zeughaus ersehen.
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Beim letzten Ritterfest der Burg Oberkapfenberg war eine kleine stämmige Blondine in so eine Rüstung geschlüpft. Zwischen Akteuren bummelten Schaulustige, die die unzähligen Dinge bewunderten, die da entweder ausgestellt, oder ostensiv verwendetwurden.
Möglicherweise fragte sich jedermann und jedefrau, wozu all dieses "Gelumpe", wozu dieser Plunder einmal getaugt haben mochte. Wozu Harnisch und Kettenhemd? Wozu Gespickter Hase, wozu Daumenschraube und Eiserne Jungfrau? Wozu auch Pechnase und Zugbrücke?
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Alois Brandstetter, erfolgreicher Buchautor, Altgermanist und Historiker, führt die Besucher seines Anwesens gerne in die Scheune, die er in ein Museum verwandelt hat. Seine Sammlung enthält Geräte, mit denen Mägde, Knechte und Keuschler vergangener Jahrhunderte landwirtschaftliche Produkte manipulierten. Dicke Bretter und eiserne Beschläge bezeugen, daß einst die Tara noch Gewicht hatte und das Netto nicht selten übertraf. Ganz im Gegensatz zu den modernen Bierkisten aus Kunststoff und Bierfässern aus Leichtmetall.
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Ich denke gerne an meine Kindheit der frühen 50er Jahre, an eine Zeit, als alle Bemühungen noch Hand und Fuß hatten. Wenigstens für mich. Körperlicher Einsatz und Muskelkraft war zusammen mit Geschicktheit unerläßlich. Die Gliedmaßen waren Teil der Arbeitsgeräte.
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Das hat sich im Laufe der letzten Jahrzehnte radikal geändert. Wo früher Tafelklassler ihre Ranzen öffneten, klappt eine neue Generation von Knirpsen das Notebook auf. Kaum versteht so ein Dreikäsehoch ein "a" von einem "b" zu unterscheiden, ist er auch schon kein Anfänger mehr, sonden ein "user".
Numerisch gesteuerte Werkzeugmaschinen schickten manuelle Fertigkeit in die Frührente.
Das Leben innerhalb und ausserhalb der Arbeitswelt wurde derart rationalisiert, daß sich jeder Schlafwandler zurechtfindet und bewußt konsumiert. Egal ob das Geld einem Stunden -, oder Monatslohn entspricht, oder von einer staatlichen Transferleistung stammt.
Bildungsnahe Menschen bewegen sich optimal in einer makellos urbanisierten Umwelt, fühlen sich umsorgt und auf kompetente Weise durch einen lückenlosen Tagesablauf geführt.
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Einige wenige Querköpfe hegen aber einen leichten Verdacht, diese übertriebene Bemutterung könne notwendige und lebenswichtige Instinkte ausschalten. Zwischen der einen oder anderen Station einer Gletscherbahn sollen sie unglücklicherweise recht behalten.
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Recht scheint auch Aldous Huxley gehabt zu haben, als er "Schöne Neue Welt" schrieb. Ich sehe das ganz deutlich hier in der Dritten Welt. Konsumnahe Menschen tummeln sich im sauberen und klimatisierten Ambiente von Shopping Malls, Ankunfts - und "Departure" Hallen unserer Airports, in Luxushotels und geschlossenen, ummauerten und ostensiv bewachten Siedlungen.
Passport für diese Umwelt: das Befolgen eines nicht immer verständlichen Protokolls.
Es sollschließlich auch der dümmste und zerstreuteste Bürger die Gewißheit haben, daß sein Plätzchen an der Sonne von keinem frechen favelado bedroht wird. Entsprechende Kleidung und Haartrachtsind wie ein Visum, wie ein Mitgliedsausweis.
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Ausserhalb dieser Inseln der Glückseligkeit wuchert die Metastase der Armut, der mangelhaften Sanierung.
Die Stadtverwaltung scheint der Lawine aus Abfall, Abwasser, Kacke, sonstiger Unordnung und Lärm nicht mehr gewachsen zu sein. Die Bewohner der Elendsviertel sehnen sich nach Luxus, sind aber gezwungen, über stinkende Rinnsale zu springen, sich vor Projektilen rivalisierender Drogendealerbanden zu schützen. Dazu brauchen sie nach wie vor Beine und Arme, während den bildungs - und konsumnahen Bürgern ein Hintern und ein Finger genügt, um vor dem LCD-Televisor sitzend die Fernbedienung handzuhaben.
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Den ganzen Körper, von Kopf bis Fuß brauchen nur noch die uns unterhaltenden Heldinnen und Helden. Die Gladiatoren und Gaukler von früher, sind zu Sportprofis und Superstars promoviert worden.Wir bewundern die Fingerfertigkeit der Violinisten, die Gelenkigkeit der Akrobaten. Wir brauchen sie genauso wie die Politiker, die sich wie Halbgötter feiern lassen, auch wenn ihre Aussagen weder Hand noch Fuß haben und heute so lebensfern sind wie wir selbst.
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Elektronische Gehirne, voll programmierte Umwelt, künstliche Intelligenz... Big Brother denkt und handelt für uns. Sicherheit steht vor Spontaneität, politische Korrektheit vor Witz!
Auch wenn der Mensch sich immer mehr und mehr abschafft und lebensfern wirkt, so wird er vorläufig immer noch mit sämtlichen Gliedmaßen geboren... ob er diese benötigt oder nicht!
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Aber was rede ich dummes Zeug. Der Mensch wird von Generation zu Generation größer! Er mißt um etwa 28,5 Zentimeter mehr als sein mittelalterlicher Vorfahr. Auch der Magen hat sich ausgedehnt. Das Pro-Kopf-Verlangen nach Speisen steigt unentwegt. Trotz Verringerung der Beweglichkeit.
Wozu das alles? Wozu immer mehr Konsum, wenn der Mensch keinen Ausweg findet... für sich und den von ihm produzierten Müll, Kot und Urin. Wozu all dieser Aufwand? Wozu?
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- Schüler -, sagt der Herr Oberlehrer, stellt den Bi-Händer in die Ecke des Klassenzimmers. - Schüler, sagts net immer "zawos"! Man sagt "wozu"! "Zawos" homma denn einen Deutschunterricht?